Byzantinische Mauer von Komotini
Die Burg von Komotini ist das größte und älteste Denkmal der Stadt. Ursprünglich wurde sie als sichere Übernachtungsmöglichkeit für Reisende an der Kreuzung wichtiger Verkehrswege errichtet, von denen die Via Egnatia der bedeutendste war. Die Meinungen über die Zeit der Errichtung der Burg gehen auseinander. Ursprünglich nahm man an, sie sei um das 4. Jahrhundert n. Chr. von Kaiser Theodosius I. (379 - 395 n. Chr.) erbaut worden. Diese Ansicht wurde vom in Komotini geborenen Professor für Geschichte und Volkskunde an der Aristoteles-Universität Thessaloniki, Stilpon Kyriakidis, unterstützt, der behauptete, dass ein junger Mann einst die heute verloren gegangene Inschrift "Erbaut von Theodosios" gelesen habe. Spätere Archäologen und Architekten datieren den Bau der Burg jedoch auf das 10. oder 11. Jahrhundert. Tatsächlich tauchen erst ab Mitte des 14. Jahrhunderts erste historische Erwähnungen der Burg auf. Damals hieß der Ort noch Koumoutzina. Die Burg hat eine annähernd quadratische Form mit einer Seitenlänge von etwa 120m. Für den Bau der Mauer wurden hauptsächlich Flusssteine und starke Ziegel verwendet. Er verfügte über insgesamt 16 Türme, von denen 12 rechteckig und 4 kreisförmig an den Ecken angeordnet waren. Er erreichte eine Höhe von 9,60 Metern. Die Burg verfügte über zwei Haupteingänge im Norden- und Osten sowie ein kleines Tor an dem Süden. Im Laufe der Jahrhunderte und insbesondere nach der Zerstörung des nahegelegenen Mosynopolis im Jahr 1206 wurde sie zu einem Zufluchtsort für die lokale Bevölkerung, die sich von dem Schutz, den sie bot, angezogen fühlte. Die Mauer blieb bis 1364-1365 intakt, als Komotini unter osmanische Herrschaft fiel. Während ihrer Invasion zerstörten die Osmanen Teile der Burg und verwendeten die Steine zum Bauen von Moscheen und anderen öffentlichen Gebäuden. Während der bulgarischen Besatzung zwischen 1913 und 1919 wurden diese Zerstörungen fortgesetzt, bei denen mehrere Türme und ein Großteil der verbliebenen Mauer abgerissen wurden. Der endgültige Schlag erfolgte 1951, als die griechische Verwaltung leider einen Teil der Anlage abreißen ließ, um Platz für die Sofouli-Straße zu schaffen. Heutzutage laufen umfangreiche Konservierungs-, Restaurierungs- und Werbemaßnahmen, um das Denkmal zu bewahren und seine Bedeutung hervorzuheben. Im Inneren der Burg steht die 1830 erbaute Heilige Metropolitankirche der Jungfrau Mariä.