Dorf Akontisma
Nur 12 km von der Stadt Kavala entfernt liegt das Flüchtlingsdorf Nea Karvali. Am Rande des Dorfes, auf einem abgelegenen Hügel, liegt das Dorf Akontisma, das nach den Römern benannt ist, die diese Gegend einst bewohnten. Die Geschichte der Stadt geht auf das 4. Jahrhundert v. Chr. während der Herrschaft von Kassander zurück, was durch die Entdeckung von Silber- und Goldmünzen mit seinem Abbild belegt wird. Auf der Westseite des Hügels sind noch Reste von alten Mauern und einer Einfriedung zu sehen. Bei Ausgrabungen des 12. Ephorats für byzantinische Altertümer in Kavala wurden Amphoren aus der Zeit der Thasier gefunden, von denen man annimmt, dass sie in dieser Gegend siedelten und Holz aus den umliegenden Wäldern verwendeten. Diese Siedlung wurde später von den Makedoniern besetzt, und Philipp II. errichtete eine Militärgarnison.
Der Hügel war auch Teil der antiken Via Egnatia, die die Zivilisationen des Westens und des Ostens miteinander verband. In römischer Zeit wurde nördlich der Siedlung an dieser Strecke ein Bahnhof errichtet, der jedoch mit dem Niedergang des byzantinischen Reiches aufgegeben wurde. Das Gebiet ist auch für seine alten Bergwerksstollen bekannt. In der jüngeren Geschichte befand sich auf dem Hügel ein von den Türken besetztes Dorf namens „Tripride Cinar“ oder „Carpandi“, das im Ersten Weltkrieg durch bulgarische Bomben zerstört wurde. Flüchtlinge aus Kappadokien, die nach 1924 hierher kamen, fanden die Trümmer des alten Dorfes und bauten daraus ihre Häuser. Im Jahr 1983 ging der Hügel in den Besitz des Kulturvereins von Nea Karvali, „Stegi“, über. Auf dem Hügel wurden die Kirche der Himmelfahrt des Herrn und ein Freilichttheater nach dem Vorbild antiker griechischer Theater errichtet. 1996 wurde mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union das Folklore-Dorf Akontisma gebaut, das architektonische Elemente aus den traditionellen Bergdörfern Kavala und Gelveri in Kappadokien vereint. Das Dorf schlägt eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, indem es die historische Erinnerung bewahrt und gleichzeitig moderne Elemente einbezieht.
Heute umfasst das Folklore Village ein Gästehaus mit Platz für bis zu 100 Personen, ein Restaurant mit traditioneller Holzofenküche und kappadokischen Spezialitäten sowie eine Café-Bar mit Außenschwimmbad. Außerdem gibt es einen Konferenzsaal, Räume für kulturelle Veranstaltungen, ein Kunstcafé, ein Theater, einen Ausstellungssaal und einen Videoprojektionsraum. Die Gestaltung des Dorfes enthält typische Elemente griechischer Dörfer wie gepflasterte Straßen, einen zentralen Platz, eine Kirche, dichte Bäume und bunte Blumen sowie Einflüsse der kappadokischen Architektur.
Das Dorf beherbergt das Historische und Ethnographische Museum der kappadokischen Griechen und das Zentrum für kappadokische Studien und historische Archive. Hier können Forscher, Gelehrte, Reisende und Nachfahren der kappadokischen Griechen eine Fülle von historischem und kulturellem Material entdecken.
Besucher sollten unbedingt die Kirche des Heiligen Gregor des Theologen besuchen, eine wichtige religiöse Stätte in Nea Karvali. Probieren Sie unbedingt die traditionellen kourabiedes (Butterkekse), eine beliebte lokale Delikatesse.